Lotsen

Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel

Lotsen sind revierkundige Nautiker und beraten Kapitäne an Bord der Seeschiffe beim Anlaufen von Küsten und Häfen. Die Kenntnisse und Erfahrungen der Lotsen sind auch durch GPS und elektronische Seekarten nicht zu ersetzen – sie verfügen über Ortskenntnisse und sie kennen die Strömungsverhältnisse sowie die Tiefen und Breiten der gesamten Fahrrinne in ihrem Revier. Damit sind sie in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um ein Schiff sicher an seinen Bestimmungshafen zu bringen. Das Revier der Elbelotsen beginnt südlich von Helgoland und erstreckt sich über rund 170 Kilometer bis zum Bubendey-Ufer. Dort übernehmen die Hafenlotsen. Für die Elbe und den Hamburger Hafen besteht eine Lotsenannahmeplicht für alle Schiffe, die länger als 90 oder breiter als 13 Meter sind sowie für alle Tankschiffe. Bereits im 14. Jahrhundert boten Fischer navigatorische Unterstützung auf der Elbe an. Im Dienst der Hansestadt Hamburg arbeiten die Hafenlotsen seit 1858. Im Jahr 1981 gründeten sie eine Lotsenbrüderschaft und organisieren ihre Arbeitseinsätze seitdem als Freiberufler selbst. Besonders angesichts der immer größer, breiter und tiefer werdenden Seeschiffe kommt den Lotsen für die Sicherheit des Schiffsverkehrs auf der Elbe und im Hafen eine immer wichtigere Bedeutung zu. 

LotsenversetzbootLotsenversetzboot
 
Lotsenstation ELBE PILOTLotsenstation ELBE PILOT

Das Lotsenstationsschiff ELBE PILOT

An der Elbmündung in der Deutschen Bucht ist das Lotsenstationsschiff stationiert. Von hier aus starten die Elbelotsen einen großen Teil ihrer Einsätze. An Bord des Schiffes ist Platz für bis zu 34 Besatzungsmitglieder, die im Schichtdienst von jeweils zwei Wochen arbeiten, und für etwa 50 Lotsen. Wird ein Lotse auf einem einkommenden Seeschiff benötigt, bringt ihn ein Lotsenversetzboot von der Station zum Einsatzort. Dort dockt das Versetzboot an der Leeseite (windabgewandt) des Seeschiffes an, damit der Lotse über die Lotsenleiter oder durch eine Luke in der Bordwand an Bord klettern kann. Das alles geschieht während der Fahrt. Der Seelotse berät den Kapitän bei der Navigation des Schiffes bis zur nächsten Lotsenstation vor Brunsbüttel. Dort findet ein Lotsenwechsel statt und ein Elbelotse übernimmt die nautische Beratung des Kapitäns auf der Brücke. Der letzte Lotsenwechsel erfolgt an der Einfahrt in das Hamburger Hafengebiet auf Höhe der Lotsenstation Seemannshöft, gegenüber von Teufelsbrück. Hier übernehmen die auf die Besonderheiten in den Hafenbecken spezialisierten Hafenlotsen, bis das Schiff zum Be- und Entladen sicher an der Kaimauer liegt.

 

Die Ausbildung zum Lotsen

Die Ausbildung zum Lotsen bietet gute Entwicklungsmöglichkeiten in einem internationalen Umfeld. Und Nachwuchs ist gefragt! Wer Lotse werden möchte, hat einen spannenden Karriereweg vor sich: Voraussetzung für die Ausbildung zum Lotsen ist das Patent für „Kapitäne auf großer Fahrt ohne Einschränkungen“. Das können Berufs- oder Quereinsteiger an einer Seefahrt- oder Fachhochschule erwerben. Darüber hinaus muss der Lotsennachwuchs zwei Jahre in verantwortlicher Position an Bord eines Seeschiffes tätig gewesen sein. Dann kann die achtmonatige Ausbildung in dem jeweiligen Revier seiner Wahl beginnen, die mit einer Prüfung bei der GDWS endet. Nach 5 Praxisjahren auf verschiedenen Schiffsgrößen erhalten die Lotsenanwärter schließlich die Zulassung zum Lotsen ohne Schiffsgrößenbegrenzung.

Weitere Informationen unter www.bundeslotsenkammer.de

Kommunikation über SprechfunkKommunikation über Sprechfunk