Kommentar zum Gesamtkonzept Elbe

Von Stefan Kunze, Leiter der Hafen Hamburg Marketing-Repräsentanz in Dresden und Vertreter des Elbe Allianz e.V. im Beratergremium Gesamtkonzept Elbe

Mit dem Gesamtkonzept Elbe (GK Elbe) sind die Rahmenbedingungen für die Unterhaltung der Elbe für die nächsten Jahre durch die betroffenen Bundesländer und -ministerien beschlossen worden. Im Prozess der Erarbeitung waren Vertreter von Umwelt- und Wirtschaftsverbänden, Bürgerinitiativen und der evangelischen Kirche als Berater beteiligt. Es ist  gelungen, wesentliche Konflikte,  die aus unterschiedlichen verschiedenen Nutzungsinteressen resultieren, durch ganzheitliche und nachhaltige Ansätze aufzulösen. Ziel ist es, mit der Bündelung verschiedener wasserbaulicher Maßnahmen in den einzelnen Streckenbereichen Lösungen zu finden, die synergetische Wirkung sowohl für Schifffahrt, Naturschutz und Wasserwirtschaft haben. Dazu enthält das Gesamtkonzept neben einer neuen Leitlinie für die Elbe auch Vorschläge für Maßnahmen für die konkrete Umsetzung vor Ort. Diese Vorschläge werden, wiederum unter Beteiligung vorgenannter Vertreter, im Anschlussprozess zum GK Elbe definiert, geplant und umgesetzt.

Für die Wirtschaft ist im GK Elbe besonders die durchgängige Betrachtung der Wasserstraße von deutscher Grenze bis zur Schleuse Geesthacht von Interesse, damit bleibt die Elbe als Bundeswasserstraße erhalten. Mit der Festlegung  eines aktualisierten Unterhaltungszieles wird nach dessen Realisierung der Schifffahrt eine wesentlich zuverlässigere Wasserstraße zur Verfügung stehen. Experten der Wasserstraßenverwaltung schätzen ein, dass gegenüber heutigen Niedrigwasserperioden etwa 20 cm mehr Fahrrinnentiefe zur Verfügung stehen werden. Damit können entsprechend mehr Güter transportiert werden, wodurch sich die Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers erhöhen wird. Durch Einbeziehung moderner Verkehrssteuerungssysteme (wie z. B. RIS- und AIS-Daten) soll die verfügbare Fahrrinne durch die Schifffahrt besser genutzt werden können. Gleichzeitig gelingt es, durch nachhaltige Lösungen in den besonders konfliktträchtigen Strecken die Erosion einzudämmen, ständige Unterhaltungsmaßnahmen (vor allem Beseitigung von Fehlstellen durch Baggerung) zu minimieren und Wasserbauwerke umweltfreundlicher zu gestalten.

Insgesamt kann eingeschätzt werden, dass es mit dem GK Elbe gelungen ist, den langjährigen Stillstand – verursacht durch das harte Aufeinandertreffen der verschiedenen Interessengruppen – zu beenden. Mit dessen Umsetzung haben die  Binnenschifffahrt, aber auch die Werften in Sachsen-Anhalt und der Tschechischen Republik und vor allem die Wirtschaft entlang der Elbe gute Zukunftsaussichten. Das Hinterland Hamburgs bleibt damit durch den natürlichen Verkehrsweg Elbe mit den Wirtschaftszentren Mitteldeutschlands und der Tschechischen Republik verbunden. Die Transportmöglichkeit von Gütern auf der Elbe ergänzt die Schienen- und Straßenwege  und ist eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftlichen und ökologisch verträglichen Gütertransport.

Details zum Ergebnis – Gesamtkonzept Elbe finden Sie hier.
Stefan KunzeStefan Kunze
 

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