Der Hamburger Hafen – eine Schlüsselrolle beim Containerzugverkehr

Der Hamburger Hafen – eine Schlüsselrolle beim Containerzugverkehr

China und der Hamburger Hafen, eine Top-Partnerschaft. Es ist keine Neuigkeit, dass die Hansestadt das Tor nach Europa für den seeseitigen Handel mit der Volksrepublik ist. Alleine 2017 gingen in Hamburg 2,62 Millionen TEU im Seeverkehr mit China über die Kaikanten, so viel wie mit keinem anderen Land.

 

Geschichtlicher Hintergrund


Basis ist die jahrhundertelange Verbindung zwischen China und der Stadt an der Elbe: Schon 1731 legte das erste chinesische Frachtschiff im Hamburger Hafen an. Weiterhin unterstreichen mehrere hundert chinesische Unternehmen in der Hansestadt und Dutzende Hamburger Unternehmen in China sowie zwei Hafenpartnerschaften mit Shanghai und Shenzhen die guten Beziehungen.


Ausbau des Schienennetzes


Dabei wird seit Jahren das Schienennetz zwischen China und Westeuropa ausgebaut und erneuert. Unter dem Namen „One Belt – One Road“ oder auch „Neue Seidenstraße“ forciert die Volksrepublik diesen Ausbau und die Nutzung des Schienenwegs. Als starker Wirtschaftspartner der Chinesen ist der Hamburger Hafen ganz vorne bei den „Chinazügen“ mit dabei.
 

Der Hansehafen als Eisenbahnknoten Nummer 1 in Europa


Der Schienengüterverkehr ist seit jeher eine der Stärken des Hamburger Hafens. 2017 wurden über Hamburg 2,33 Millionen TEU im Schienenhinterlandverkehr transportiert, so viel wie in keinem anderen europäischen Hafen. Dies macht den Hafen der Hansestadt zum Eisenbahnknoten Nummer 1 in Europa.

 

 

    • Bahnhof Alte Süderelbe Foto: HHM / Annette Krüger
    • Bahnhof Alte Süderelbe Foto: HHM / Annette Krüger

Zwei Meinungen

Lars Anke, Leiter Repräsentanz Shanghai


Die Wichtigkeit dieser bilateralen Verbindung betont auch der Hafen Hamburg-Repräsentant in Shanghai, Lars Anke: „Hamburg wird in China als einer der wichtigsten Endpunkte der Seidenstraße betrachtet, sowohl bei den seeseitigen als auch bei den landseitigen Transportverbindungen.“


 

 

Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing


Die Schlüsselrolle des Hafens in Bezug auf Chinazüge kommt nicht von ungefähr, wie Hafen Hamburg Marketing Vorstand Axel Mattern verdeutlicht: „Der Hamburger Hafen ist Europas größte Logistikdrehscheibe und im Handel ist China der führende Hafenplatz. Zur Logistik des Standorts trägt im Zu- und Ablaufverkehr des Hafens der Bahnverkehr entscheidend bei. Mit 2.000 angebotenen Containerzugverbindungen pro Woche ist Hamburg mit großem Abstand der größte Player im Markt.“

 

Verbindungen nach China

Und der Anteil von Chinazügen nimmt in diesem Zusammenhang stetig zu: Zwischen Hamburg und chinesischen Zielorten wurden in 2017 rund 177 wöchentliche Containerzugverbindungen angeboten, in diesem Jahr sind es schon 235 Verbindungen, was einem Plus von knapp 25 Prozent entspricht. Aktuell werden 27 verschiedene Städte in China angefahren. 

 

    • Intermodalverbindungen zwischen Hamburg und China
    • Intermodalverbindungen zwischen Hamburg und China
    • Bahnoperatour Felb
    • Bahnoperatour Felb

Die Seidenstraße schließt die Lücke zwischen See- und Luftfracht


Schiff, Bahn oder Flugzeug – zwischen diesen drei Transportmitteln wird häufig entschieden, wenn Waren zwischen China und Europa befördert werden müssen. Bei der Entscheidung spielen Kosten und Zeit eine wichtige Rolle. Das Flugzeug ist ohne Frage das schnellste Transportmittel: Güter im Im- und Export zwischen Asien und Europa benötigen mit ihm nur ein bis zwei Tage. Allerdings ist dieser Transportweg auch sehr teuer. Dahingegen ist der Transport auf dem Seeweg zwischen den beiden Kontinenten sehr günstig, es kann jedoch bis zu acht Wochen dauern, bis die Ware am Zielort angekommen ist. Die dritte Möglichkeit, Güter mit der Bahn zu transportieren, schließt somit die Lücke zwischen Schiff und Flugzeug: Züge benötigen zwei bis drei Wochen zwischen Asien bis Europa und liegen auch hinsichtlich der Kosten zwischen See- und Luftweg.
 

China investiert in das Projekt „One Belt – One Road“


Mit dem Ausbau der Zugverbindungen und des Schienennetzes zwischen Fernost und Westeuropa begannen die Chinesen in 2013, als der chinesische Staatspräsident Xi Jinping das Projekt „One Belt – One Road“ vorstellte. Die Chinesen verfolgen ehrgeizige Pläne: In 2014 waren es jährlich noch knapp 800 Züge mit einem Volumen von 25.000 TEU, die die Neue Seidenstraße zwischen dem Reich der Mitte und Westeuropa befuhren. 2016 gab es eine Steigerung auf 1.700 Züge mit einem Containervolumen von 145.000 TEU. Bis 2027 sollen dann jedes Jahr 670.000 TEU über die Eurasischen Bahnkorridore gehen. Mehr zu den Verbindungen finden Sie hier: https://www.hafen-hamburg.de/de/intermodal
 

 

    • Das Schienennetz Asien - Europa
    • Das Schienennetz Asien - Europa
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