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 Wichtig: „Man muss wissen, wie viel Power darin steckt“, betont Böhme, dem das Staplerfahren liegt. „Nach neun Monaten habe ich den Staplerführer- schein gemacht“, erzählt der Facharbeiter. Trotz aller Routine gibt es auch immer wieder Heraus- forderungen: „Richtig anspruchsvoll wird es, wenn ich mit dem Stapler in den Container fahren muss.“ Bei größeren Kisten muss man schon etwas tüf- teln, wie diese am besten durch die Tür passen und wie man dabei rangiert. „Mir bringt das Spaß, weil man da etwas nachdenken muss“, sagt Böh- me.
Besonders schätzt er an seinem Job die vielen Fa- cetten, die die Tätigkeit mit sich bringt. „Es ist sehr abwechslungsreich: Mal lade ich Ware vom Lkw ab, dann wieder muss ich einen Container packen und überlegen, wie man die Kisten und Paletten darin am besten sichert.“
Anfangs packte er leichte, später auch mittelschwere und schließlich schwere Container. Immer aber muss er wissen, wie die Ware richtig gestaut wird, das heißt, was übereinander gestapelt werden darf und was nicht. „Grundsätzlich kommt natürlich leicht überstaubare Ware nach unten und leichte Packstü- cke kommen auf schwere Sachen“, er-
läutert Böhme. Wichtig ist aber auch die Gewichtsverteilung: „Eine schwere Kiste mit mehreren Tonnen Gewicht muss zum Beispiel in die Mitte.“ Manchmal ist das Stauen ganz schön knifflig, etwa wenn 40 unterschied- lich große Paletten in einen Container müssen, von denen manche über- staubar sind und andere nicht. „Da braucht es räumliches Denken und Erfahrung. Und es ist wie Tetris spie- len“, erzählt Böhme. Bei Bedarf kann er auch eine Kollegin oder einen Kolle- gen mit mehr Berufserfahrung fragen, aber letztlich funktioniere nur die Tri- al-and-Error-Methode. Gerade am Anfang kann es auch vorkommen, dass der Container wieder ausge- packt werden muss, weil eine Palette nicht mehr reinpasst. Für Böhme kein Problem: „Dann packe ich noch mal, bis alles Platz findet und sicher ge- staut ist."
Das Stauen von Gütern in Containern gehört zur tägli- chen Arbeit.
PORT OF HAMBURG MAGAZINE 1/24 DEIN HAFEN DEIN JOB
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  Fachkraft für Hafenlogistik
Jobinhalt: Fachkräfte für Hafenlogistik sorgen in See- und Bin- nenhäfen für reibungslose Abläufe beim Warenumschlag. Dazu informieren sie sich über ein- wie ausgehende Sendungen und organisieren die geeigneten Umschlag- beziehungsweise Transportmittel. Für den Weitertransport per Schiff, Straße und Schiene stellen sie Ladeeinheiten zusammen. Um die zur Verfü- gung stehenden Frachtkapazitäten optimal ausnutzen zu kön- nen, ermitteln sie Maße und Gewichte der Güter und erstellen aufgrund dieser Daten Stau- beziehungsweise Ladepläne. Am jeweiligen Umschlagplatz überwachen sie das Verladen von Sendungen bzw. das Entladen von Schiffen, Lkw und Güter- waggons. Auch das Prüfen der Frachtpapiere und die Kontrolle ein- und ausgehender Frachtsendungen auf Vollständigkeit, Qualität und etwaige Schäden gehört zu ihrem Aufgabenbe- reich. Beim Umschlag wie auch bei der Lagerung stellen Fach- kräfte für Hafenlogistik sicher, dass die Waren sachgerecht be- handelt werden. Im Büro bearbeiten sie Fracht-, Versand- und Umschlagpapiere, geben Lieferdaten in den Computer ein und informieren Empfänger, Versender und Transportunternehmen über das Eintreffen der Warensendungen
Voraussetzungen: Hauptschulabschluss oder höher. Wich- tige Schulfächer: Mathematik, Englisch und weitere Fremdsprachen, Deutsch und Physik
Softskills: Interesse an Planung, Organisation, Rechnen und Kommunikation sowie Arbeiten im Freien bei jedem Wetter
   © TCO/Thomas Wolnewitsch























































































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