Hamburger Hafen senkt Preise - Allianz für den Hafen initiiert Wachstumsstrategie
Der Hamburger Hafen rüstet sich für künftiges Wachstum und senkt seine Preise. Im intensiven Austausch mit der Hafen- und Schifffahrtsbranche wurden auf Initiative von Senator Gedaschko gemeinsam Anreize entwickelt, um zusätzliche Schiffsverkehre nach Hamburg zu lenken. Zeitgleich wird die öffentliche Hafeninfrastruktur weiter ausgebaut und verbessert, um für künftiges Wachstum gerüstet zu sein. So sollen in den nächsten vier bis fünf Jahren rund 1 Mrd. Euro, die die Stadt beim Verkauf von HHLA-Anteilen in 2007 eingenommen hat, in öffentliche Hafeninfrastrukturmaßnahmen investiert werden. Die Weltwirtschaftskrise hat in allen Häfen wie auch dem Hamburger zu Umschlagseinbrüchen geführt. Aktuell gibt es jedoch erste Zeichen, dass die Bodenbildung erreicht ist und der Hafen wieder auf einen Wachstumskurs einschwenkt. Der Hamburger Hafen ist qualitativ und preislich wettbewerbsfähig, innovativ und klimafreundlich. Um diesen positiven Trend zu stabilisieren und zu verstärken werden diese Stärken nun weiter ausgebaut.
Kernelement sind Anpassungen beim Hafengeld. „Wer mehr Verkehr nach Hamburg bringt, wird am meisten profitieren“, so Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority (HPA). Zusätzlich zu dem bereits bestehenden Mengenrabatt von bis zu 50 Prozent für Mehrverkehre ist in einem ersten Schritt die Einführung eines zeitlich befristeten Anreizsystems für Transshipmentverkehre vorgesehen. Bezogen auf die umgeschlagenen Transshipment-Container kann das bis zu 50 Prozent der Kosten pro Box ausmachen. „Damit stärken wir unsere Position als Drehscheibe für Feederverkehre in den Nord- und Ostseeraum“, betonte Meier. Zu dem Hafengeldpaket gehören ein Verzicht auf Tariferhöhung im Jahr 2010 und eine mögliche Zahlungszielverlängerung für Reeder. Diese Maßnahmen sind zunächst auf ein Jahr befristet. In einem zweiten Schritt ist für 2011 ist geplant, eine Mengen- sowie eine Klimakomponente in den Hafengeldtarif einzuführen.
Wirtschaftssenator Axel Gedaschko: „Mit diesem Schritt festigt Hamburg seine Preisführerschaft beim Hafengeld in der Nordrange. Anders als die Mitbewerber reagieren wir in der angespannten wirtschaftlichen Lage nicht mit einem kurzatmigen Krisentarif. Wir legen dagegen eine gemeinsam getragene Strategie vor, die auf langfristiges Wachstum setzt und den Kunden des Hamburger Hafens Planungssicherheit bietet. Es ist aber nicht nur die öffentliche Seite, die sich bewegt. In zahlreichen Gesprächen mit Unternehmensvertretern habe ich Signale erhalten, dass auch die Hafenunternehmen offensiv reagieren, um Marktanteile zu gewinnen.“
Ebenso bekennt sich die Deutsche Bahn AG zum Logistikdrehkreuz Hamburg und bekräftigt, ihre Marktanteile im Hinterland des Hamburger Hafens durch gezielte Investitionen auszubauen. Dazu investiert sie ebenso umfangreich in wichtige Infrastrukturprojekte, wie die Modernisierung des Rangierbahnhofs Maschen. Die Erneuerung der vorhandenen Infrastruktur wird bei einem Investitionsvolumen von 230 Millionen Euro Ende 2013 abgeschlossen sein. Bis 2014 schließlich wird in dem rund 27 Kilometer langen Abschnitt Stelle- Lüneburg ein drittes Gleis sowie zwischen Stelle und Ashausen zusätzlich ein viertes Gleis gebaut. Der Bund und die Bahn investieren hier 280 Millionen Euro. In Hausbruch erfolgt ein zweigleisiger Ausbau zur besseren Anbindung der Hafenbahn. Aus dem Konjunkturprogramm des Bundes wird der Umschlagbahnhof Billwerder mit rund 17 Millionen Euro erweitert.
Ute Plambeck, Deutsche Bahn AG: „Die Deutsche Bahn steht zu den Ergebnissen des „Masterplans Schiene Seehafen-Hinterland-Verkehr“. In das Schienennetz rund um Hamburg sind Ausbauprojekte mit einem Volumen von über 550 Mio. Euro bereits fertig gestellt oder gestartet. Damit schaffen wir jetzt die Voraussetzungen für die Mehrverkehre von Morgen.“
Auch stellen sich die Hamburger Hafenlotsen und die Elblotsen ihrer Verantwortung. Für das Jahr 2010 werden sie auf fest eingeplante Erhöhungen des Lotsengeldes verzichten. Die beschlossenen Maßnahmen im Bereich des Hafengeldes bringen vielfache Vorteile für Hafen und Schifffahrtsbranche:
1) Das Zahlungsziel kann bis zu 12 Monate gestreckt werden, wenn entsprechende Sicherheiten vorliegen, was von großem Vorteil für die Reeder ist, die dadurch liquiditätsseitig entlastet werden.
2) Ebenso werden die Reeder durch die Einführung einer Mengenkomponente in den Hafengeldtarif ab 2011 bei rückläufigem Umschlag – wie etwa durch die Wirtschaftskrise verursacht– automatisch entlastet.
3) Wer klimafreundlich mehr Menge transportiert, wird bevorzugt: Im Gleichklang mit anderen europäischen Seehäfen sollen künftig klimafreundliche Schiffe honoriert werden. Gerade auch mit Blick auf Hamburg als „European Green Capital“ in 2011 rundet dies das ohnehin schon klimafreundliche Profil des Hamburger Hafens weiter ab. Im Vergleich zu seinen Konkurrenten hat Hamburg hier gleich zwei wichtige ökologische Vorteil: Einerseits fließt ein höherer Anteil der Hinterlandverkehre über die klimafreundliche Schiene ab. Andererseits sind die Wege nach Zentral- und Osteuropa kürzer, wodurch beim Transport Energie und damit auch CO2 eingespart wird.
Frank Horch, Präses der Handelskammer Hamburg: "Jede Krise ist eine Chance. In unserem Fall wurde Sie dazu genutzt, zu einer in dieser Form von mir zuvor noch nicht gekannten Zusammenarbeit aller am Hafengeschehen beteiligten Akteure zu finden. Von dem heutigen Tag geht ein deutliches Signal in die Märkte aus, dass Hamburg die ihm durch seine Geschichte und Geografie zugewiesene Rolle als Brücke zwischen den Märkten in Fernost und Mittel-/Osteuropa und der Ostsee offensiv weiterentwickelt. Die Kunden unseres Hafens sollen und werden davon profitieren."
Fazit: Im Wettbewerb der Häfen ist Hamburg langfristig hervorragend positioniert. Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und kurze Wege in den Ostseeraum sowie nach Mittel- und Osteuropa sind die entscheidenden Erfolgsgaranten, dass Hamburg seine Funktion als eine zentrale Drehscheibe des Welthandels weiter ausbaut. Hamburgs Stärke liegt traditionell im Markt der Transshipmentverkehre. Aufgrund seiner geographischen Lage zwischen Nord- und Ostsee werden über Hamburg in diesem Bereich vor allem Transporte in und aus dem baltischen Raum abgewickelt.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der Behörde für Wirtschaft und Arbeit, Tel.: 040-42841-1627, Email: pressestelle@bwa.hamburg.de, Internet: www.hamburg.de/bwa






















