Hamburg und die Region Cuxhaven bauen ihre Zusammenarbeit aus
Zweite Fortschreibung des gemeinsamen Eckpunktepapiers beschlossen. Wirtschaftssenator Axel Gedaschko spricht vor Cuxhavener Wirtschaftsrat.
Die Freie und Hansestadt Hamburg und der Landkreis Cuxhaven haben heute das Eckpunktepapier über ihre verstärkte Zusammenarbeit unterzeichnet. Basis dafür ist die Neuausrichtung der gesamten Metropolregion Hamburg, die durch das Verwaltungsabkommen über die gemeinsame Zusammenarbeit 2005 beschlossen wurde. In dem Eckpunktepapier und seinen regelmäßigen Fortschreibungen geht es darum, Handlungsfelder aufzuzeigen, in denen eine Kooperation zwischen Hamburg und Cuxhaven für beide Seiten Aussicht auf Erfolg verspricht. Der Cuxhavener Wirtschaftsrat lobte anlässlich der Unterzeichnung das Engagement der norddeutschen Ministerpräsidenten, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in der Region gemeinsam und aktiv voranzutreiben. Senator Gedaschko wies bei seiner Rede im Cuxhavener Kreishaus darauf hin, dass es Hamburg im laufenden Planfeststellungsverfahren zur Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe darum geht, alle ernsthaften Bedenken zu berücksichtigen und zu integrieren. Mit dem ebenfalls anwesenden Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann ist sich Hamburgs Wirtschaftssenator in dieser Sache einig. Gleichzeitig betonte Gedaschko, dass die Fahrrinnenanpassung für die Region aus wirtschaftlicher Sicht wichtiger denn je sei.
Wirtschaftssenator Axel Gedaschko: „Hamburg hat ein strategisches Interesse, die traditionellen Beziehungen zum Unterelberaum zu pflegen und auszubauen. Alte Vorurteile gelten nicht mehr. Es geht nicht mehr um Befindlichkeiten oder ritualisierte Treffen. Es geht vielmehr um Inhalte. Unser gemeinsames Handeln muss an Geschwindigkeit gewinnen, um die Zusammenarbeit in der Metropolregion erfolgreich zu gestalten.“
Johannes Höppner, Wirtschaftrat Cuxhaven e.V.: „Ich begrüße insbesondere, dass Hamburg und Cuxhaven bei den gemeinsamen Entwicklungspotenzialen seit nun vier Jahren an einem Strang ziehen und zu einem fruchtbaren Dialog im Interesse der Region gefunden haben."
Zu den im gemeinsamen Eckpunktepapier beschlossenen Themen gehören u.a.:
Kooperation der Häfen
Hamburg und Cuxhaven sind sich einig, dass einer direkten Kooperation zwischen den Häfen Hamburg und Cuxhaven Grenzen gesetzt sind. Als Mehrheitsgesellschafter der HHLA, die mit einem Anteil in Höhe von 25 Prozent beim Cuxhavener Umschlagsbetrieb Cuxport beteiligt ist, besitzt Hamburg strategische Gestaltungsmöglichkeiten, zukunftsträchtige Kooperationsfelder zwischen beiden Häfen zu befördern. Die Wirtschaftsbehörde hat vor diesem Hintergrund zugesagt, gemeinsam mit der HHLA Potenziale einer Zusammenarbeit auszuloten. Des Weiteren verständigen sich beide Seiten darauf, dass Hamburg den Standort Cuxhaven in den Verteiler für Anfragen hafen- bzw. wasseraffiner Ansiedlungsinteressenten aufnimmt, die nicht innerhalb der Hamburger Grenzen gedeckt werden können. Die Wirtschaftsbehörde wird hierzu kurzfristig die Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF) und die Hamburg Port Authority (HPA) beauftragen, eine Liste anfragender Unternehmen mit dem Fokus „Produktion mit Wasseranschluss“ zusammenzustellen und an Cuxhaven weiterzuleiten sowie diese kontinuierlich zu aktualisieren.
Kreuzfahrt- und Passagierschifffahrt-Terminal Steubenhöft Cuxhaven
Im Rahmen des Hafenkonzepts Unterelbe wird die Bedeutung des Kreuzfahrttourismus für die gesamte Metropolregion betont, die von dem gemeinsamen Angebot der Häfen profitiert. Es bedarf weiterer Investitionen in Infrastruktur, um diesen wachsenden Markt adäquat bedienen zu können. Mit weiter steigenden Bedarfen steht die Stadt Cuxhaven bereit, auf Grundlage Ihres vorliegenden Konzeptes zur weiteren Entwicklung des Kreuzfahrtstandortes Cuxhaven (C.P.C Cruise Port Cuxhaven) etwaige entstehende Engpässe in der Destination Hamburg pro-aktiv aufzufangen. Der Kreuzfahrttourismus stellt für Hamburg ein stark wachsendes Wirtschaftssegment dar. 2008 verzeichnete die Stadt 200.000 Passagiere bei fast 100 Anläufen von Kreuzfahrtschiffen. Möglichkeiten einer erfolgversprechenden Zusam-menarbeit werden hier in einem gemeinsamen Marketing auf großen internationalen Messen gesehen, wo Cuxhaven sich zum Beispiel als selbstständiger Unteraussteller Hamburgs präsentieren und zugleich signifikante Kosteneinsparungen realisieren könnte.
Sea-Airport Cuxhaven-Nordholz
Die Standortbewerbung des Sea-Airport Cuxhaven-Nordholz für das Airbus Projekt „end of lifecycle “ ist 2009 durch die Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven beim Luftfahrtnetzwerk „hanse-aerospace“ eingereicht worden. Aktuell koordiniert hanse-aerospace die Bewerbung Hamburgs für dieses Projekt. Als erfolgreiches neues Kooperationsbeispiel ist die erstmalig gemeinsame Vermarktung des „Sea-Airport Cuxhaven“ und Hamburgs auf dem Gemeinschaftsstand des Luftfahrtnetzwerkes hanse-aerospace auf der Airshow ILA in Berlin im Juni 2010 zu nennen. Der Gemeinschaftsstand bietet für den Sea-Airport Cuxhaven /Nordholz als Unteraussteller eine optimale Plattform für die Standort- und Leistungs-vermarktung auf internationaler Ebene. Seit Beginn des Jahres 2007 werden Ansiedlungsan-fragen, die in Hamburg selbst nicht befriedigt werden können, durch Hamburg u. a. auch an die Flughafenbetriebsgesellschaft und die Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven weitergeleitet und dort bearbeitet bzw. betreut. Die Kooperation in diesem Themenfeld kann als erfolgreiches Beispiel einer wirtschaftlichen Kooperation der beiden Partner in einer „win-win-Situation“ zur Stärkung der gesamten Metropolregion Hamburg angesehen werden.
Maritimer Tourismus
Die gemeinsame Tourismuspolitik bildet einen Schwerpunkt der Zusammenarbeit innerhalb der Metropolregion Hamburg. Ein gutes Beispiel ist in diesem Zusammenhang der gemeinsame Internetauftritt der Metropolregion im Bereich Tourismus. Eine besondere Gemeinsamkeit haben Cuxhaven und Hamburg durch Albert Ballin und die Historie als Auswandererhafen. Die drei großen Auswandererhäfen Hamburg, Bremerhaven und Cuxhaven vermarkten Ihre entsprechenden historischen Stätten aktuell getrennt voneinander. Dabei ist mit Blick auf die Ballinstadt in Hamburg und das Steubenhöft in Cuxhaven festzustellen, dass die Potenziale einer gemeinsamen Vermarktung im Tourismusbereich bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind. Hamburg und der Cuxhavener Wirtschaftsrat werben gemeinsam für ein verstärktes gemeinsames Marketing im Bereich des Maritimen Tourismus. Folgende Themen stehen aus Hamburger Sicht dabei im Fokus:
Einrichtung regelmäßiger Schiffsverbindungen (Fahrplandienst) an der Unterelbe
Der Hamburger Senat strebt die Einrichtung eines privaten Schiffsliniendienstes von und nach Cuxhaven an. Hierzu stehen Gespräche mit dem derzeitigem Helgoland-Dienstbetreiber Förde-Reederei an, inwieweit zumindest saisonal ein Schiffsliniendienst aufgenommen werden kann. Ziel ist die Kooperation von Dömitz bis Cuxhaven zur Vermarktung des Tourismus entlang der Elbe und der Personenschifffahrt. Hamburg schlägt vor, die gemeinsame Vermarktung ab 2011 mit Hilfe eines Regionalmanagers und Mitteln aus den beiden Förderfonds der Metropolregion Hamburg sowie Drittmitteln auf den Weg zu bringen.
Gemeinsame Vermarktung von Hamburg und Cuxhaven
Cuxhaven begrüßt die Öffnung der Hamburg Marketing Gesellschaft HMG und deren An-gebot der Teilhabe und aktiven Mitgestaltung an regionsweiten Angeboten ausdrücklich. Beide Seiten stimmen überein, dass bedeutende Synergien in den Segmenten Tagestourismus, Kulturtourismus und Wirtschaftsförderung denkbar sind.
Vermarktung der Auswanderer-Einrichtungen (Steubenhöft / Ballinstadt)
Die gemeinsame touristische Vermarktung der Ballinstadt und des Steubenhöfts wird weiterhin als potenziell aussichtsreich eingeschätzt. Von beiden Seiten besteht ein hohes Interesse, die Zusammenarbeit zu intensivieren, um so das Potenzial beider Einrichtungen für ein gemeinsames Themenmarketing weiter zu nutzen. Als Herausforderung erweisen sich dabei die geringen finanziellen und personellen Kapazitäten des ehrenamtlich fungierenden Betreibers auf Cuxhavener Seite. Entwicklungspotenziale werden im Kreuzfahrtsegment bei Landausflügen gesehen. So könnte beispielsweise Cuxhaven pick-up oder drop-off Standort am Anfang oder Ende der erforderlichen Revierfahrt auf der Elbe nach / von Ham-burg sein. Attraktive Ausflugsangebote für das internationale Publikum könnte ein „Auswanderer-Nostalgiezug“ sein, der von Hamburg über die Ballinstadt nach Cuxhaven zum historischen HAPAG-Hallen/Steubenhöft-Komplex, dem einzigen heute noch komplett erhaltenen Auswandererterminal in Kontinentaleuropa führt. Die Hamburger Wirtschaftsbehörde wird hierzu kurzfristig Ansprechpartner beim Betreiberkonsortium (HHLA und AIDA) der Hamburger Kreuzfahrtterminals benennen.






























