EU-Projekt fördert Logistikpotenziale in Weißrussland und Russland - Amber Coast Logistics erstmals auf der Transportmesse TransRussia

Die Projektmanager von „Amber Coast Logistics“ freuten sich über das große Interesse an dem EU-geförderten Projekt
Die Projektmanager von „Amber Coast Logistics“ freuten sich über das große Interesse an dem EU-geförderten Projekt

Das EU-Projekt „Amber Coast Logistics“ stößt auf der Transportmesse TransRussia auf großen Zuspruch bei Vertretern der osteuropäischen Transport- und Logistikbranche. Große Diskrepanz der Infrastruktur in neuen und alten EU-Mitgliedsstaaten sowie Russland ist eine Herausforderung des Projektes.

Moskau, 24.-27. April: „Vor allem in Russland und Weißrussland weist die Transport- und Logistikbranche noch viele ungenutzte Potenziale auf“, so Sebastian Doderer, Leiter Projektentwicklung bei Hafen Hamburg Marketing. Hafen Hamburg Marketing ist federführender Partner des EU-Projektes „Amber Coast Logistics“ (ACL), das auf der „TransRussia – Internationale Transport- und Logistikmesse und -konferenz“, der größten Transport- und Logistikfachmesse Russlands, erstmals einem internationalen Publikum vorgestellt wurde. Ziel des Projektes ist die Förderung multimodaler Transportverbindungen und von Logistikzentren in der südlichen und östlichen Ostseeregion. ACL war auf dem Gemeinschaftsstand des Hafens Hamburg vertreten.

Infrastrukturgefälle zwischen Ost und West

Im Rahmen der Konferenzreihe „Logistics and Supply Chain Management“ der TransRussia informierte Doderer führende Experten der Transport- und Logistikbranche über geplante Maßnahmen von „Amber Coast Logistics“. Viele Vertreter der osteuropäischen Transport- und Logistikbranche betonten, wie wichtig der Ausbau der Transport- und Logistikinfrastruktur in der Ostseeregion sei. Insbesondere zwischen neuen und alten EU-Mitgliedsstaaten sowie Russland ist die Diskrepanz der Infrastruktur hinsichtlich Qualität und Verfügbarkeit groß. Diese Lücke müsse geschlossen werden. Länderübergreifende Kooperationen, die sich beispielsweise der Infrastrukturentwicklung verschrieben haben, gäbe es zu wenige, viele Gegenden weisen eine sehr schlechte Erreichbarkeit auf. Im Rahmen des Projektes „Amber Coast Logistics“ werden diese Problemfelder analysiert sowie Lösungsvorschläge und Strategien entwickelt. So plant Maris Katranzi, Mitglied der Geschäftsführung der Riga Container Terminal GmbH, die zum ACL-Projektpartner Latvian Logistics Association gehören, gemeinsam mit anderen Unternehmen, intelligente Transportlösungen für Regionen mit schlechter Erreichbarkeit zu erarbeiten.

Drei Arbeitspakete für eine bessere Erreichbarkeit

Insgesamt sind 20 Projektpartner aus Polen, Litauen, Lettland, Dänemark, Weißrussland und Deutschland an „Amber Coast Logistics“ beteiligt („Amber“ ist das englische Wort für Bernstein). Sie verfolgen das Ziel, multimodale Umschlagplätze in der Bernsteinküsten-Region und ihrem natürlichen Hinterland, die Baltischen Staaten, Russland, Weißrussland und der Ukraine, aufzubauen. Dazu arbeiten sie gemeinschaftlich an drei Arbeitspaketen: Im Rahmen des Arbeitspaketes „Güterströme und institutionelle Aspekte“ wird unter anderem der Einfluss von Gesetzen und Richtlinien auf Transportorganisationen und Transportströme untersucht. Die Maßnahmen dienen vor allem der Analyse des Ist-Zustandes. Ein Maßnahmenplan zur Förderung multimodaler Transportstrukturen soll im Arbeitspaket „Nachhaltige und effiziente Transportkonzepte und multimodale Transportketten“ konzipiert werden. Das Arbeitspaket „Regionale Integration der Logistikkonzepte“ baut schließlich auf den Ergebnissen der zwei zuvor genannten auf. Hier sollen Ergebnisse von der Theorie in die Praxis umgesetzt werden.