Erfolgreiche Premiere für den ersten Schleswig-Holsteinischen Hafentag
Potentiale und Perspektiven der Häfen Schleswig-Holsteins im Fokus. Landesregierung unterstreicht Stellenwert der Häfen. Uniconsult präsentiert Status, Chancen und Visionen des Schleswig-Holsteinischen Hafensystems.
Rund 250 Teilnehmer folgten der Einladung des Gesamtverbands Schleswig-Holsteinischer Häfen zum ersten Hafentag. Vertreter aus Politik, maritimer Logistik und Hafenwirtschaft aller Küstenbundesländer trafen sich in den Media-Docks in Lübeck. Erstmalig in dieser Dimension machen die Häfen des nördlichsten Bundeslandes gemeinsam von sich Reden. Dabei werden Bedeutung, Potentiale und Stärken von Deutschlands drittgrößtem Hafenstandort herausgearbeitet.
Die Umschlagszahlen beweisen die Relevanz der Schleswig-Holsteinischen Häfen: Mit rund 50 Millionen Tonnen Ladung, über 15 Millionen Passagieren und rund 50.000 Arbeitsplätzen leisten sie einen hohen Beitrag zu Wertschöpfung und Beschäftigung des Landes. „Diesen Status wollen wir nicht nur sichern, sondern ausbauen. Wir haben klare Wachstumsvisionen vor Augen. Gemeinsam mit Wirtschaft und Politik wollen wir die Zukunft der Häfen zielgerichtet gestalten.“, erklärt Frank Schnabel, Vorstandsvorsitzender des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen, in seiner Begrüßung. Der Hafenexperte betont darüber hinaus, dass für die Schleswig-Holsteinischen Häfen mit diesem Tag ein wichtiger Meilenstein erreicht ist, ihre Rolle im nationalen wie globalen Wettbewerb zu festigen. „Wir freuen uns auf eine kontinuierliche Fortsetzung in den kommenden Jahren.“
Auf die Bedeutung und Zukunft der Hafenwirtschaft blickt auch Ehrengast Torsten Albig, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holsteins. „Die Häfen sind für das gesamte Bundesland von so enormer wirtschaftlicher Bedeutung, dass seit Jahren die Landesregierung durch gezielte Investitionen in Infrastruktur die Häfen im Wettbewerb stützt und auch zukünftig stützen wird.“ Allein in den vergangenen fünf Jahren habe Schleswig-Holstein knapp 40 Millionen Euro in seine Häfen investiert. Albig kündigte an, den Ausbau der Hafeninfrastruktur in Lübeck-Travemünde und in Brunsbüttel zu fördern. Besonders an der Westküste gebe es großes Potenzial für die Offshore-Windindustrie.
Um die maritimen Stärken des Landes weiter voranzutreiben, haben das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie und der Gesamtverband der Schleswig-Holsteinischen Häfen das Hafenentwicklungskonzept in Auftrag gegeben. Darin werden das Leitbild 2025 definiert, äußere Rahmenbedingungen analysiert und Chancen und Risiken der Hafenentwicklung aufgezeigt. Es ist ein gelungenes Beispiel für das erfolgreiche Zusammenwirken von Politik und Wirtschaft.
„Hafenwirtschaft und regionale Politik sind eng miteinander verbunden. Wir ziehen an einem Strang“, bestätigt Bernd Saxe, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck. Der Lübecker Hafen ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit dem größten Güterumschlag der Schleswig-Holsteinischen Häfen. Die maritime Wirtschaft übernimmt hier eine bedeutende Rolle. Hanns Heinrich Conzen, Geschäftsführer der TT-Line, konkretisiert diese Rolle in Bezug auf die Fährschifffahrt. Rund 28 Millionen Lkw-Verkehre pro Jahr werden in europäischen Gewässern via Fähre realisiert. Dabei nimmt die Hansestadt die Spitzenposition im RoRo-Ostseeverkehr ein und verfügt über die meisten existierenden länderübergreifender Fährverbindungen im Vergleich zu den europäischen Ostseehäfen. In Verbindung mit den weiteren Häfen Puttgarden, Kiel und Lübeck gehören die Schleswig-Holsteinischen Fährhäfen zu den aufkommensstärkten der Ostsee. Perspektivisch bestehen durch intermodale Lösungen gute Chancen, die Verkehre über die schleswig-holsteinischen Häfen stärker auszubauen.
Vor dem Hintergrund der zukünftigen Hafenentwicklung präsentiert Björn Pistol von der Uniconsult Universal Transport Consulting GmbH das Schleswig-Holsteinische Hafensystem. Ausgehend vom Status quo der Häfen analysierte Uniconsult ihre Chancen in Wachstum und Positionierung und formulierte die Visionen bis zum Jahr 2025. Es ist ein wichtiger Baustein für das neue Hafenkonzept. So können mit der Bündelung von Kompetenzen Häfen zu Clustern zusammengefasst werden und Potentiale gehoben werden. Vier regionalen Clustern werden die Kernhäfen Husum, Kiel, Brunsbüttel und Lübeck zugeordnet. Gemeinsam mit den weiteren Häfen des Clusters ergeben sich durch die vereinten Kernkompetenzen Chancen unterschiedlicher Ausrichtungen. Je nach Hafenregion liegen die Chancen in den Bereichen Schwergut und Projektladung, Container und Massengut, Offshore Basis- und Servicehäfen, RoRo- und Fährverkehr oder auch im Tourismus.
Den Abschluss des Tages bilden die Visionen 2025, die einem Kurshalten der Schleswig-Holsteinischen maritimen Wirtschaft folgen sollen. Demnach haben die Häfen ihre Rolle als drittgrößte Universalhafengruppe Deutschlands gefestigt, genauso wie die Position als Installations- und Servicestandort für die Offshore-Windparks etabliert ist. Sie ergänzen den Hamburger Hafen mit Flächenverfügbarkeit und repräsentieren wertschöpfungsintensive Verkehrsknotenpunkte.
Gemeinsam wird in 2025 das Ziel von 100 Millionen Tonnen Umschlagsvolumen und damit die übergreifende Vision erreicht sein. In Summe ist es mit dem ersten Hafentag gelungen, die Bedeutung und Potentiale der Schleswig-Holsteinischen Häfen in den Vordergrund einer öffentlichen Diskussion zu stellen. Die Zukunft der Häfen am Kanal, an und in Nord- und Ostsee ist klar vor Augen und die Rolle von Deutschlands nördlichster Drehscheibe für die Verkehrsströme in alle Welt ist unstrittig.


































