Eindrucksvolle Einigkeit zum Thema Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe zwischen Politik, Verbänden und Hafenwirtschaft in Hamburg
Gewichtigere Argumente und damit einen besseren Termin zum Thema „Dringlichkeit der Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe“ hätten die Vertreter aus Politik, Verbänden und Hafenwirtschaft nicht finden können. Anlässlich des Erstanlaufs des bisher größten im Hamburger Hafen abgefertigten Containerschiffs, der CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB, hatte Hafen Hamburg Marketing e.V. Journalisten und Vertreter aus Behörden, Wirtschaft und Verbänden zu einer Pressefahrt auf das Fahrgastschiff CONCORDIA eingeladen. Während der von Hafen Hamburg Marketing e.V. Vorstand Claudia Roller moderierten Pressefahrt erläuterten der Senator der Behörde für Wirtschaft und Arbeit, Axel Gedaschko, Geschäftsführer der CMA CGM (Deutschland) GmbH Reinhard Peschel und sein Kollege Peter Wolf, der Präses der Handelskammer Hamburg, Frank Horch , Dr. Stefan Behn, HHLA Vorstand für das Segment Container, der Geschäftsführer des Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V., Norman Zurke, Jens Meier, Mitglied der Geschäftsführung der Hamburg Port Authority (HPA) und der stellvertretende Hafenkapitän Andreas Brummermann die besonderen Anforderungen, die eine Abfertigung von Schiffen dieser Größe auf der Elbe und im Hafen mit sich bringen. Die gemeinsame Botschaft an Kunden und Partner des Hafens ist, dass alle Beteiligten im Hamburger Hafen bereits heute auf die Abfertigung der derzeit größten Schiffe vorbereitet sind. Angemahnt wird aber die noch ausstehende Fahrrinnenpassung von Unter- und Außenelbe, die für den Zu- und Ablauf dieser besonders großen Schiffe mit Tiefgängen bis zu 15,50 Meter dringend erforderlich ist. Immer mehr Großcontainerschiffe laufen den Hamburger Hafen an. Im Jahr 2010 werden mehr als 100 Ankünfte von Schiffen über 10.000 TEU erwartet.
Nach erfolgter Revierfahrt auf der Elbe machte die CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB gestern Abend im Hamburger Hafen fest. Das neue Flaggschiff der französischen Reederei CMA CGM kam aus Le Havre und zählt mit einer Stellplatzkapazität von 13.800 TEU sowie 800 Anschlüssen für Kühlcontainer (Reefer) und einer Tragfähigkeit von 157.000 Tonnen zu den derzeit größten Containerschiffen weltweit. Der Containerriese ist 365,5 Meter lang und erreicht bei voller Ausnutzung der Kapazität einen maximalen Tiefgang von 15,5 Metern. Das Löschen und Laden der mehr als 5.200 TEU Containerladung übernahm das HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB); eine Menge, die zur Transportauslastung von 52 Containerzügen ausreichen würde. Um Schiffe dieser Größenordnung mit höchster Produktivität abfertigen zu können, hat die HHLA in den vergangenen Monaten den Liegeplatz 2 am CTB mit fünf Super-Post-Panamax-Brücken ausgerüstet. Dabei handelt es sich um Tandembrücken, die in einem einzigen Move vom Containerschiff zwei 40- oder vier 20-TEU-Container bewegen können. Diese Containerbrücken sind die größten und leistungsfähigsten ihrer Art europaweit. Insgesamt verfügt der CTB jetzt über zehn Super-Post-Panamax-Brücken für die Abfertigung von Großschiffen.
| v.l.: Claudia Roller (Vorstand Hafen Hamburg Marketing e. V.), Axel Gedaschko (Senator der Behörde für Wirtschaft und Arbeit),Reinhard Peschel (Geschäftsführer CMA CGM (Deutschland) GmbH) und Peter Wolf (stellvertretender Geschäftsführer CMA CGM (Deutschland) GmbH), Jens Meier (Mitglied der Geschäftsführung Hamburg Port Authority),Andreas Brummermann (stellv. Hafenkapitän), Dr. Stefan Behn, (HHLA-Vorstand) Download |
„Die Ankunft der CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB – das größte Containerschiff, das bislang den Hamburger Hafen angelaufen hat – ist nicht nur ein imposantes Ereignis, sondern sie ist auch ein Zeichen für die Attraktivität dieses Hafenstandorts für die Seeschifffahrt. Wir sehen aber auch: Die Containerschiffe werden immer größer. Die CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB kann den Hamburger Hafen im Augenblick nur in einem bestimmten Tidefenster anlaufen, innerhalb dessen sie höchstens zu 85 Prozent beladen ist. Das zeigt, dass wir mit der dringend notwendigen Anpassung der Fahrrinne der Elbe auf dem richtigen Weg sind“, verdeutlichte der Senator der Behörde für Wirtschaft und Arbeit, Axel Gedaschko.
Aus diesem Grunde setzt sich auch der Geschäftsführer der CMA CGM (Deutschland) GmbH Reinhard Peschel für die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe ein: „Die Fahrrinnenanpassung ist unabdingbar. Sowohl für uns als Reederei wie auch für den Hamburger Hafen selbst. Ansonsten läuft dieser Gefahr, im Wettbewerb mit den anderen Nordeuropäischen Häfen, ins Hintertreffen zu geraten. Die CMA CGM hat sich bewusst dazu entschieden mit Schiffen wie der CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB nach Hamburg zu kommen, denn hier finden wir eine sehr gute Hinterlandanbindung nach Zentraleuropa vor und können auch unsere Transhipmentladung mit dem skandinavischen und baltischen Raum hervorragend bündeln. Mit der Produktivität der Hamburger Containerterminals und der vertrauensvollen Zusammenarbeit sind wir ebenfalls sehr zufrieden. Es ist für uns wichtig, dass unsere Schiffe möglichst flexibel den Hamburger Hafen anlaufen können. Dies betonen wir auch immer wieder gegenüber den lokalen Behörden, und wir sind überzeugt, dass man die richtigen Entscheidungen treffen wird, um die Fahrrinnenanpassung schnellst möglich voranzutreiben.“
Der stellvertretende Geschäftsführer der CMA CGM (Deutschland) GmbH Peter Wolf erläuterte: „Auch unsere Kunden schätzen den Hamburger Hafen. Deswegen sollten auch die geplanten Investitionen in die Infrastruktur schnellstens getätigt werden. Denn eine verlässliche und reibungslose Abfertigung im Hafen trägt ebenfalls zur Zufriedenheit unserer Kundschaft bei. Wir müssen mit unseren Schiffen möglichst nah an unsere Kunden herankommen. Viele Unternehmen der Transport- und Logistikbranche sowie des Handels sind im Großraum Hamburg angesiedelt und legen somit Wert auf möglichst kurze und kostengünstige Transportwege vom und in den Hafen. Hinzu kommt, dass das Seeschiff das umweltschonendste Transportmittel ist und bleibt.“
Für den Geschäftsführer des Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V., Norman Zurke, ist der Anlauf der CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB ein deutlicher Beleg dafür, dass die Reeder den Hamburger Hafen mit den größten in Fahrt befindlichen Containerschiffen anlaufen wollen. „Allerdings darf der Anlauf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB den Hafen Hamburg unter den derzeit geltenden Tiefgangs- und Breitenrestriktionen nicht voll beladen und nur in einem eng begrenzten Zeitfenster bedienen kann. Derartige Einschränkungen werden von den Reedern dauerhaft nicht akzeptiert. Deshalb ist es dringend erforderlich, die geplante Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe so schnell wie möglich umzusetzen“, forderte er.
Auf die Bedeutung eines leistungsfähigen Hafens für die gesamte Metropolregion wies der Präses der Handelskammer Hamburg, Frank Horch, hin. Dazu gehöre zwingend die Fahrrinnenanpassung der Unterelbe, die auch aus ökologischer Sicht vertretbar sei. „Die Bundesbehörden haben die Fahrrinnenanpassung und die Umwelt-Ausgleichsmaßnahmen mit größter Sorgfalt und Kompetenz geplant, die ökologische Gesamtsituation im Unterelbebereich wird nach Realisierung eher besser denn schlechter sein. Zudem ist der Transport per Seeschiff die umweltfreundlichste Form des Güterverkehrs. Ich appelliere daher an die Naturschutzverbände, nicht reflexartig zu klagen, sondern die unverzichtbare Fahrrinnenanpassung konstruktiv zu begleiten“.
Für die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) ist der Erstanlauf der CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB ein Meilenstein in der effizienten Abfertigung der weltgrößten Containerschiffe in den nächsten Jahren. „Wir haben uns mit fortgesetzten Investitionen in unsere Anlagen gezielt auf die Abfertigung von Großcontainerschiffen der neuesten Generation vorbereitet. Mit unseren Super-Post-Panamax-Brücken sind wir nicht nur in der Lage, die weltgrößten Containerschiffe abzufertigen. Wir können mit diesem verbesserten Leistungsangebot auch eine höhere Produktivität bieten. Das ist ein Meilenstein für die HHLA. Den Erstanlauf der CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB sehen wir als einen Vertrauensvorschuss unseres Kunden in eine baldige Fahrrinnenanpassung der Elbe. Denn Reedereien wie CMA CGM, die immer mehr Großschiffe in den Dienst stellen, wollen mit ihrer Ladung nach Hamburg, und zwar ohne Einschränkungen“, betonte HHLA Vorstand Dr. Stefan Behn.
Die Ankunft von Containerriesen wie der CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB erfordert von der Hamburg Port Authority (HPA) und den Hafenlotsen eine gründliche Vorbereitung. „Bei der Ankunft solch großer Schiffe überlassen wir nichts dem Zufall“, erklärte der stellvertretende Hafenkapitän Andreas Brummermann. „Aus diesem Grund haben wir die Ankünfte gemeinsam mit den Hafenlotsen im Simulator getestet. Anhand der Simulationsergebnisse haben wir alle Randparameter erarbeitet, die notwendig sind, damit diese Schiffstypen sicher in den Hamburger Hafen einlaufen können. Wir sind für die Ankunft dieser Schiffe gut vorbereitet“.
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| v.l.: Dr. Stefan Behn, (HHLA-Vorstand), Axel Gedaschko (Senator der Behörde für Wirtschaft und Arbeit), Pierre-Gilles Coat (Kapitän der Christophe Colomb), Nicolas Sartini (Senior Vice President Asia Europe Lines CMA CGM), Reinhard Peschel (Geschäftsführer CMA CGM (Deutschland) GmbH) und Peter Wolf (stellvertretender Geschäftsführer CMA CGM (Deutschland) GmbH) Download |
Die CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB wird von CMA CGM zunächst im Asien-Europa-Liniendienst „French-Asia-Line 1“ (FAL1) eingesetzt. Im FAL1 werden in Asien folgende Anlaufhäfen bedient: Port Kelang, Yantian, Dalian, Xingang, Schanghai, Xiamen, Hongkong, Yantian, Port Kelang. Marsaxlokk und Khor Fakkan werden ostgehend angelaufen. Westgehend steht ferner Tanger auf dem Fahrplan. Anschließend wechselt die CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB in den neuen – gemeinsam mit Maersk Line betriebenen – Fernostdienst FAL5, der Hamburg, mit Port Kelang, Singapur, Ningbo, Schanghai, Yantian, Tanjung Pelepas und Port Kelang verbinden wird. Erster Anlauf des Containerriesen im neuen Fernostdienst FAL5 in Hamburg erfolgt im Oktober 2010. Der Containerverkehr mit Asien erreichte 2009 in Hamburg ein Gesamtvolumen von 4,2 Millionen Containern (TEU). Mit 2,3 Millionen TEU nahm die Volksrepublik China (inklusive Hongkong) auch 2009 die Spitzenposition unter den wichtigsten Handelspartnern des Hamburger Hafens im Containerverkehr ein, gefolgt von Singapur. Weitere Top-Handelspartner in Asien sind Südkorea, Malaysia und Japan.
„Die Umschlagentwicklung im Hamburger Hafen zeigt kontinuierlich nach oben. Insbesondere die Verkehre von und nach Asien entwickeln sich erfreulich. Insofern ist die Ankunft der CMA CGM CHRISTOPHE COLOMB auch ein Zeichen des Aufschwungs im Hamburger Hafen“, so Jens Meier, Mitglied der Geschäftsführung der Hamburg Port Authority (HPA). Die HPA investiert kontinuierlich in den Ausbau der Infrastruktur. Deutlich sichtbar wird das auch im Waltershofer Hafen. Bereits abgeschlossen ist der Ausbau des Liegeplatzes 2 am Burchardkai zu einer modernen und hochtragfähigen Kaimauer, an der Schiffe in der Größe der CHRISTOPHE COLOMB abgefertigt werden können. Ebenfalls abgeschlossen ist die Ertüchtigung der Kaimauer am gegenüberliegenden Predöhlkai bei Eurogate. Darüber hinaus läuft der Kaimauerausbau am Burchardkai weiter.
Der Containerriese wird den Hamburger Hafen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verlassen.

































