Zu Dritt machen wir uns zu einer ungewöhnlichen Reise auf. Eine Frachtschiffreise mit dem Feederschiff TransAnund. Unser Ziel: Oulu, Finnland. Oulu ist eine der größten Städte in Finnland und im Norden des Landes an der Ostseeküste gelegen.
Über uns
Uwe Köhler, 52, arbeitet in der Unternehmenskommunikation bei der HHLA Hamburger Hafen und Logistik AG. Der gelernte Speditionskaufmann studierte nach seiner Ausbildung in Bremen Betriebswirtschaftslehre.
Mathias Schulz, 32, arbeitet im Marketing bei Hafen Hamburg Marketing e. V.. Er studierte in Lüneburg BWL und ist bei Hafen Hamburg Marketing für Messen zuständig. Seinen Wehrdienst absolvierte er auf der Fregatte Rheinland-Pfalz.
Jochen Wischhusen, 42, arbeitet im Marketing bei Hafen Hamburg Marketing e. V.. Nach seiner Matrosenausbildung machte er das Befähigungszeugnis Kapitän AM und studierte anschließend Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft in Elsfleth bei Oldenburg.
Warum im Winter, warum in den Norden?
Bei einer Veranstaltung sprachen wir über unsere Erfahrungen auf See und darüber, was für uns eine Kreuzfahrt ausmacht. Schnell wurde uns klar, dass wir die Seefahrt mit all ihren Härten, wie Sturm, Kälte und Dunkelheit erleben wollen. Da war die Idee geboren mit einem Feederschiff im Winter die Ostsee zu befahren. Feederschiffe sind speziell für die Linienverkehre zwischen Nord- und Ostsee und den Seehäfen wie Hamburg oder Bremerhaven gebaut. Mit ihren Ausmaßen passen sie noch in die Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals und können mit nur einigen hundert Containern an Bord wirtschaftlich arbeiten. Der Name Feeder kommt aus dem englischen „to feed“, zubringen. Die Feederschiffe sammeln die Container aus vielen Ostseehäfen ein und versorgen damit die großen Containerschiffe in Hamburg und anderen Seehäfen.
Lesen Sie hier unseren Erfahrungsbericht von einer sechstägigen Reise von Hamburg nach Oulu.
Tag 1 Einchecken am HHLA Container Terminal Burchardkai
Wetter: Temperatur 3° C | Wind: 4 Bft aus NW | Sicht: 3 sm | Seegang: 0,1 m | Regen
Es ist 18:00 Uhr, die TransAnund hat vor wenigen Stunden am Athabaskakai festgemacht. Zuvor war sie am HHLA Container Terminal Altenwerder sowie am Eurogate Terminal Hamburg und hat dort die ersten Boxen für Finnland geladen. An Bord angekommen, begrüßen uns der Reeder und ein Vertreter der HHLA sowie die Besatzung des Schiffes. Untergebracht sind wir in komfortablen Einzelkabinen. Die letzten Container werden noch an Deck geladen, dann soll es gegen 20:30 Uhr Richtung Nordsee losgehen.
Zunächst noch ein paar Worte zu unserem Liegeplatz am CTB:
Uwe Köhlers Tätigkeit bei der HHLA besteht auch darin hochrangige Gäste und Kunden über die Terminals der HHLA zu begleiten. Mit diesem Fachwissen erläutert er uns das größte und älteste Hamburger Container Terminal.
Der Burchardkai, in Fachkreisen auch Bukai genannt, ist mit einer Fläche von 1,4 qkm fast so groß wie Monaco. Der Bukai wird zurzeit während des laufenden Betriebs auf einem Großteil seiner Fläche zu einem Blocklagersystem umgebaut. Ausgestattet sind die ersten Liegeplätze bereits mit den weltweit größten Containerbrücken. Diese neuen Brücken können gleichzeitig bis zu vier Container (TEU) an und von Bord nehmen.
20:30 Uhr, Leinen los!
Die Festmacher werfen die Leinen los und das Schiff legt ohne Schlepperhilfe ab. Bei Regenwetter wechselt kurze Zeit später der Lotse auf der Höhe von Teufelsbrück. Nun geht es weiter elbabwärts Richtung Nordsee. Fünf Decks höher gelangen wir auf die Brücke, wo wir vom Kapitän und vom Lotsen begrüßt werden. Im Kielwasser der Grande Cameroon fahren wir an Stade / Bützfleth vorbei und die ersten Vorbereitungen für den Lotsenwechsel in Brunsbüttel werden getroffen.
Nachdem der Seelotse an Bord gekommen ist, wird Fahrt aufgenommen und es geht an Cuxhaven vorbei Richtung Nordsee.
Kurz vor der Lotsenabgabe in der Deutschen Bucht ist es Zeit für uns den ersten Tag an Bord zu beenden und wir gehen um 01:30 Uhr in die Kojen.
















































