Entstehung des Berufes: „Es war einmal vor 300 Jahren …“

Entstehung des Berufes: „Es war einmal vor 300 Jahren …“

Hamburger Hafen und Speicherstadt
Hamburger Hafen und Speicherstadt

Der Beruf des Quartiersmanns entstand im 17. Jahrhundert: In vielen hamburgischen Kaufmannshäusern wird im Speicher des Hauses, ein „Küper“ beschäftigt. Im Auftrag des Kauf - mannes sorgt er für die gesamte Abwicklung von Warenim - porten, von der Kontrolle und Beurteilung der Güter bis hin zur Bearbeitung, Lagerung und dem Weitertransport zum Kunden. Die Leistungen des hauseigenen Küpers haben jedoch ihren Preis und nicht jeder Kaufmann kann sich diese exklusive Anstellung leisten. Viele von ihnen greifen daher auf die Dienste von freien Küpern, den Quartiersleuten, zurück. In der Gruppierung von jeweils vier Leuten führen diese ein selbstständiges Gewerbe und stellen sich in den Dienst verschiedener Kaufleute, was ihre Anstellung für den einzelnen erschwinglich macht. Wie der Küper sind auch die Quartiers - männer durch fundierte Warenkenntnis und praktische Er - fahrung Experten im Bereich Wareneingang und Lagerung. Für ihre Firmierung verwenden die Quartiersleute in der Regel den Namen eines Quartiersmannes mit der Endung „& Consorten“, welche die drei weiteren Teilhaber repräsentieren.

Zurück im 21. Jahrhundert stellt sich die Frage, wo der Begriff „Quartiersmann“ entstanden ist. Die Antwort muss lauten: In den Hamburger Speichern! Zum einen handelt es sich um eine ausschließlich Hamburgische Bezeichnung der Berufs - gruppe. Zum anderen gibt der Arbeitsplatz des Quartiers - mannes Aufschluss über seinen Namen. Weil der Quartiers - mann stets im Speicher seines Auftraggebers tätig war, neigte man dazu, von seinem Quartier zu sprechen.