Der Seegüterumschlag im Hamburger Hafen bleibt im ersten Halbjahr 2009 unter Vorjahresniveau

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Die Talsohle beim Umschlagrückgang scheint unterdessen in Hamburg erreicht. Für die zweite Jahreshälfte wird eine Stabilisierung und moderate Aufwärtstendenz im Seegüterumschlag erwartet.

Im Hamburger Hafen wurden im ersten Halbjahr 2009 insgesamt 54,2 Millionen Tonnen Seegüter umgeschlagen. Dies entspricht einem Rückgang von 23,7 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Deutlich weniger war mit insgesamt 24,2 Millionen Tonnen der Export betroffen, der um 19,9 Prozent nachgab. Während auf der Importseite von Hafen Hamburg Marketing e.V., der Marketingorganisation des Hamburger Hafens, ein Umschlagergebnis von 30 Millionen Tonnen veröffentlicht wurde, was einem Rückgang von 26,5 Prozent entspricht.

Bei der Analyse der Hauptgütergruppen im Seegüterumschlag Hamburgs ist festzustellen, dass der in Hamburg besonders stark ausgeprägte Stückgutumschlag mit 37 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr um 27,8 Prozent eingebrochen ist. Da Stückgüter in Hamburg zu rund 97 Prozent in Containern verpackt umgeschlagen werden, trifft dieser Rückgang in erster Linie den Containerumschlag. Deutschlands größter Containerhafen fertigte im ersten Halbjahr 2009 insgesamt 3,6 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) ab. Dies entspricht einem Rückgang von 28,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Im Gegensatz zu 2009 brachte das erste Halbjahr 2008 für Hamburg mit einem Umschlag von 5 Millionen TEU im Containerverkehr ein Wachstum von knapp 4 Prozent und zeigte noch keinen Einbruch im Seegüterumschlag. Erst ab der zweiten Jahreshälfte 2008 wirkte sich, wie auch in anderen bedeutenden Seehäfen, die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise massiv auf die Entwicklung des Seegüterumschlags aus.

Im Containerumschlag bleibt das für Hamburg aufgrund seines Volumens besonders wichtige Fahrtgebiet Asien, zu dem auch China als der mit Abstand bedeutendste Marktpartner des Hamburger Hafens zählt, mit einem Gesamtumschlag von 2,1 Millionen TEU (-25,1 Prozent) deutlich unter dem Vorjahresergebnis. Hamburg ist in Europa der führende Umschlagplatz im Containerverkehr mit Asien und China. Da ein wesentlicher Teil dieser Container als Transhipment-Ladung über die Drehscheibe Hamburg per Feederschiff in die Ostsee-Region transportiert wird, wirkt sich der Rückgang in diesem Fahrtgebiet im Zusammenhang mit den Feederverkehren im Hafenumschlag gleich doppelt aus. Auswertungen einzelner Fahrtgebiete mit geringerem Anteil am Gesamtumschlag zeigen aber auch für das erste Halbjahr 2009 positive Tendenzen. So erzielte beispielsweise der Containerverkehr mit Westafrika ein Umschlagergebnis von 27.000 TEU und kam damit auf einen Zuwachs von 7,5 Prozent. Zu erwähnen ist auch, dass mit 131.000 TEU die Containerverkehre mit Indien und Pakistan das Vorjahresergebnis nur um 5 Prozent unterschritten.

Der Massengutumschlag, der in den ersten sechs Monaten in Hamburg ein Ergebnis von 17,2 Millionen Tonnen erreichte, wurde von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise mit einem Rückgang von 13,1 Prozent nicht ganz so stark getroffen wie der Stückgutumschlag. Der Sauggutumschlag, vor allem bestimmt durch Getreide für den Export, konnte sogar in diesem Zeitraum um 38,6 Prozent auf 4,1 Millionen Tonnen gesteigert werden. Der Bereich Flüssigladung blieb mit 7,1 Millionen Tonnen und einem geringen Rückgang von 1,1 Prozent nur knapp unter dem Vorjahresergebnis.

Hafen Hamburg Marketing Vorstand Claudia Roller wies bei der Interpretation der Umschlagdaten daraufhin, dass die Gegenüberstellung der beiden Halbjahresergebnisse 2009/2008 nur ein Zwischenbild vermittle. So stünden die ersten sechs Monate 2008 noch für eine Wachstumsperiode, während die Umschlagergebnisse für das erste Halbjahr 2009 massiv durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise geprägt wären.

„Das Umschlagergebnis des ersten Halbjahres 2009 stimmt uns trotz der negativen Ergebnisse zuversichtlich, da die Talsohle im Seegüterumschlag unserer Bewertung nach erreicht wurde und sich der Hafenumschlag insgesamt stabilisiert hat“, erläutert Claudia Roller. „Für die zweite Jahreshälfte rechnen wir mit einer Aufwärtsentwicklung im Seegüterumschlag. Wir erkennen anhand der uns vorliegenden monatlichen Umschlagdaten, dass seit dem Monat April bis einschließlich Juni bereits eine leichte Steigerung im Containerverkehr eingetreten ist und die Talfahrt gestoppt wurde. Positive Signale erhalten wir auch auf unseren Hafen- und Messeveranstaltungen im In- und Ausland von Vertretern der Industrie und des Handels sowie von führenden Managern der Transportwirtschaft und Schifffahrt“, zeigt sich Claudia Roller zuversichtlich.

Hamburg ist Deutschlands größter Seehafen und ist in seiner Funktion als Drehscheibe im weltweiten Außenhandel eng mit der Entwicklung der Konjunktur und der Handelsströme verbunden. Als Universalhafen, der alle Arten von Gütern umschlägt, verteilt sich in Hamburg das Hafengeschäft auf sehr viele Warengruppen und betrifft sehr unterschiedliche Wirtschaftsregionen in der Welt.

Die Stadt Hamburg, die Hafenwirtschaft und die Hamburg Port Authority konzentrieren sich unverändert darauf, den Hafen für künftiges Wachstum vorzubereiten und entsprechend auszubauen.

„Ein wegweisendes Projekt für die Entwicklung des Hamburger Hafens ist das Central Terminal Steinwerder. Die Resonanz auf unser internationales Markterkundungsverfahren für die künftige Nutzung der Fläche ist schon kurz nach dem Start ausgezeichnet", so Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority. Das zeige, dass Hamburg nach wie vor ein attraktiver Standort für Schifffahrt, Industrie und Logistik sei.

„Es wird weiter investiert und die Hafen- und Verkehrsinfrastruktur fit für den kommenden Aufschwung gemacht. Eine verlässliche Prognose zum Jahresendergebnis und der weiteren Entwicklung 2010 möchte ich in der augenblicklich schwer zu beurteilenden Weltwirtschaftslage noch nicht abgeben“, sagt Claudia Roller.

 

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