Alte und moderne Schatzschiffe im Hamburger Hafen

In Hamburg begegneten sich im vergangenen Monat zwei chinesische Schiffe der besonderen Art. Am 19. November 2008 machte am HHLA Container Terminal Tollerort der 10.000 TEU-Neubau „COSCO Indian Ocean“ der Reederei COSCO Container Lines fest.
Die rund 350 Meter lange „COSCO Indian Ocean“ lief Hamburg auf ihrer Jungfernreise erstmals an. Der Container-Riese ist der Dritte von vier baugleichen Schiffen, die COSCO bei Hyundai in Ulsan, Korea, bauen ließ. Bei einem Tiefgang von 14,50 Metern trägt der Neubau 111.414 Tonnen.

Ein anderes chinesisches Schiff ist seit dem 14. November 2008 im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg zu bewundern. Dort befindet sich nur etwa 3000 Meter vom Container Terminal Tollerort entfernt das Modell eines chinesischen Schatzschiffes. Das Modell aus der Zeit des chinesischen Entdeckers Zheng He (1371-1435) wurde Museumsgründer Prof. Peter Tamm für seine Dauerausstellung als Geschenk der Provinzregion Fujian überreicht. Schatzschiffe gehörten zu den größten je gebauten Holzschiffen. Die kostbar ausgestatteten Dschunken sollten die Macht des Ming-Kaisers Zhu Di darstellen. In dessen Dienst reiste der berühmte Admiral Zheng He von 1405 an bis zu den Küsten Indiens, Arabiens und Ostafrikas.

Die großen Containerschiffe wie die „COSCO Indian Ocean“ sind die moderne Weiterführung dieser alten Schatzschiffe. Sie bestechen nicht so sehr durch ihre kostbare Ausstattung, vielmehr aber durch den Wert der Güter, die sie von Asien nach Hamburg transportieren.